Für das Selbstwertgefühl und um sich im Alltag wieder sicherer und wohl zu fühlen, ist es für viele Brustkrebspatientinnen enorm wichtig, sich die amputierte Brust wieder aufbauen zu lassen, zumal von Jahr zu Jahr jüngere Frauen betroffen sind. Viele Frauen nehmen eine zusätzliche Operation auf sich, um wieder eine Brust zu haben und sich psychisch stabiler zu fühlen. Es gibt heute viele Optionen zur Wiederherstellung. Wir haben Ihnen hier die gängigsten Möglichkeiten aufgezählt.
Wiederherstellung mit Silikonprothese:
Nach Tumorentfernung wird in der gleichen Operation die Silikonprothese unter den Brustmuskel gelegt. Häufig verwenden wir für die Gegenseite auch eine kleinere Prothese, wenn die Patientin einverstanden ist. Die Prothese auf der Gegenseite hilft für die Symmetrie und Statik.
Der Latissimus-dorsi-Lappen war und ist ein wichtiger Lappen zur Brustwiederherstellung. Es ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Lappenplastik zur Wiederherstellung der weiblichen Brust. Hierbei wird der ganze oder ein Teil des Latissimus dorsi (der lange Rückenmuskel) einseitig abgetrennt oder eben nur ein Teil davon, unter der Achsel durchgeführt und zur Brust gebracht und geformt. Bei der Verlagerung bleibt die Blutversorgung des Muskels erhalten. Die Unterbrustfalte bleibt bei einer Sofortrekonstruktion erhalten. Die Ergebnisse können optisch sehr gut werden, da der Sitz und die Grösse in diesem Fall durch die hautsparende Mastektomie vorgegeben ist.
Die Entnahmestelle am Rücken wird direkt verschlossen. Die zurückbleibende Narbe wird vor der Operation in der Regel so positioniert, dass diese unter dem BH gut verdeckt wird.
Bis zu mittelgrossen Brüsten bei ausreichendem Haut-Weichteil-Überschuss kann hierdurch eine formschöne Brust wiederhergestellt werden. Die Latissimus-dorsi-Lappenplastik kann mit einem Implantat kombiniert werden, wenn das Volumen nicht ausreichend ist.
Operationszeit: 4 Stunden
Stationärer Aufenthalt: 3-5 Tage
Das zweite Standardverfahren für die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist der DIEP-Lappen. Bei einem Brustaufbau mit dem DIEP-Lappen wird – als häufig gewünschter Nebeneffekt im Zuge einer Bauchstraffung – der frei präparierte Hauptgefässstiel zum Brustaufbau verwendet. Bei dieser Methode wird lediglich das Unterbauchfettgewebe mit dem Haut- und Fettanteil zur Brustregion verlagert und im Bereich der Brust an neue Gefässversorgung mikrochirurgisch (unter dem Mikroskop mit ganz feinen Instrumenten) angeschlossen. Anschliessend wird der Lappen entsprechend der gesunden Brust geformt und eingenäht. Gleichzeitig wird die Bauchdecke verschlossen. Dadurch, dass Gewebe von der Bauchdecke entfernt wurde, wird die Bauchdecke ähnlich wie bei einer Bauchdeckenstraffung gestrafft.
Operationszeit: 4-6 Stunden
Stationärer Aufenthalt: 5-7 Tage
Bei einem Brustaufbau mit dem TMG-Lappen wird – als häufig gewünschter Nebeneffekt im Zuge einer Oberschenkelstraffung – der frei präparierte Hauptgefässstiel zum Brustaufbau verwendet. Dabei wird das längliche Gewebestück zu einem Konus gedreht und so eine Brustform nachgebildet. Der TMG-Lappen (= Transverser-Myokutaner-Gracilislappen) ist eine Lappenplastik aus dem Bereich der Oberschenkelinnenseite und besteht aus dem namengebenden Muskel, dem Gracilis-Muskel sowie dem Unterhautfettgewebe und der entsprechenden (transversen = quergestellten) Hautspindel. Die Narbe nach Entnahmestelle eines dorso-medialen Oberschenkellappens ist versteckt in der natürlichen Beugefalte des Oberschenkels innenseitig, mit Ausläufen in der Infraglutealfalte.
Der TMG-Lappen zählt zu den Standardlappen zur Brustwiederherstellung. Hauptproblem ist häufig das doch geringe Volumen welches zur Brustwiederherstellung entnommen werden kann.
Operationszeit 4-6 Std.
Stationärer Aufenthalt: 5 – 7 Tage
sGAP steht für Superior-Gluteal-Artery-Perforator-Lappen, iGAP Inferior-Gluteal-Artery-Perforator-Lappen.
Es sind Gewebeverlagerungen aus der oberen und unteren Gesässregion. Es handelt sich um Lappen welche aus Haut und Unterhautfettgewebe ohne Muskelanteil aufgebaut sind. Neben dem sGAP-Lappen am Gesäss gibt es noch den iGAP-Lappen. Beide Verfahren kommen aufgrund der doch deutlichen Gesässdeformität eher selten zum Einsatz, sind jedoch eine Möglichkeit.
Operationszeit: 5-7 Stunden
Stationärer Aufenthalt: 5-7 Tage Gewebe. Das bedeutet, dass ein Verrutschen oder eine Drehung, wie man es sich vielleicht als Patientin vorstellt, kaum vorkommen. Diese Eigenschaft ist vor allem bei den anatomischen Implantaten der Fall. Wir verwenden in Muri bei Bern in der Schweiz für die Brustvergrösserung mit Implantate (Prothesen) mit kohäsivem Silikon („gummibärchen-artiger geleeartiger Inhalt“) gefüllte Brustimplantate
Für die Brustwiederherstellung stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Die Brust kann entweder mit Implantaten oder mit körpereigenem Gewebe rekonstruiert werden.
Welche Methode geeignet ist, hängt von den anatomischen Voraussetzungen, möglichen Voroperationen, dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie den persönlichen Wünschen ab.
Bei der Brustwiederherstellung mit Implantaten wird die Brustform mithilfe eines Silikonimplantats aufgebaut. Häufig erfolgt zunächst eine Gewebeexpansion, um die Haut auf das spätere Implantat vorzubereiten.
Die Methode eignet sich besonders für Patientinnen mit ausreichender Hautqualität und ermöglicht häufig eine kürzere Operationsdauer.
Bei der Brustwiederherstellung mit Eigengewebe wird körpereigenes Gewebe, beispielsweise aus Bauch, Rücken oder Oberschenkel, verwendet, um die Brust neu aufzubauen.
Die rekonstruierte Brust kann dadurch häufig besonders natürlich wirken. Die Behandlung ist jedoch meist umfangreicher als eine Brustrekonstruktion mit Implantaten.
Eine Brustwiederherstellung mit Eigengewebe kann besonders natürliche Ergebnisse ermöglichen, da ausschliesslich körpereigenes Gewebe verwendet wird.
Viele Patientinnen empfinden die rekonstruierte Brust als weicher und natürlicher. Zudem sind keine Implantatwechsel notwendig.
Die Brustrekonstruktion mit Implantaten ist häufig weniger aufwendig als eine Rekonstruktion mit Eigengewebe. Die Operationsdauer sowie die Erholungszeit können kürzer sein.
Moderne Implantate ermöglichen heute natürliche und harmonische Ergebnisse bei der Brustwiederherstellung.
Welche Technik der Brustwiederherstellung besser geeignet ist, hängt von der individuellen Ausgangssituation sowie den persönlichen Wünschen ab.
Beide Methoden haben unterschiedliche Vorteile und Grenzen. Im persönlichen Beratungsgespräch wird individuell beurteilt, welche Brustrekonstruktion medizinisch und ästhetisch sinnvoll ist.
Ja, eine Brustwiederherstellung kann häufig direkt im Rahmen der Brustoperation erfolgen. In manchen Fällen wird die Rekonstruktion jedoch bewusst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt.
Der optimale Zeitpunkt hängt von der medizinischen Situation sowie möglichen weiteren Therapien ab.
Bei einer professionell geplanten Brustwiederherstellung steht ein möglichst natürliches und harmonisches Ergebnis im Vordergrund.
Form, Grösse und Symmetrie der Brust werden individuell angepasst. Das endgültige Ergebnis hängt unter anderem von der Hautqualität, der Ausgangssituation und der gewählten Technik ab
Ein erster Unterschied ist meist direkt nach der Operation sichtbar. Da nach der Brustwiederherstellung Schwellungen auftreten können, entwickelt sich das endgültige Ergebnis schrittweise innerhalb der folgenden Wochen und Monate.
Die Brustform wirkt nach der Heilung häufig harmonischer und natürlicher.
Nach einer Brustwiederherstellung können Schwellungen, Spannungsgefühle oder Blutergüsse auftreten. Viele Patientinnen benötigen mehrere Wochen Erholungszeit.
Körperliche Schonung wird in den ersten Wochen empfohlen. Auf Sport und schwere körperliche Belastungen sollte vorübergehend verzichtet werden.
Da bei einer Brustwiederherstellung chirurgische Schnitte notwendig sind, entstehen Narben. Die Schnitte werden jedoch möglichst schonend und ästhetisch gesetzt, damit spätere Narben möglichst wenig sichtbar sind.
Mit der Zeit verblassen die Narben häufig deutlich.
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch bei einer Brustwiederherstellung Schwellungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen oder Infektionen auftreten.
Vor der Behandlung erfolgt eine ausführliche medizinische Beratung über mögliche Risiken sowie den individuellen Heilungsverlauf.
Ja, im Rahmen der Brustwiederherstellung kann häufig auch die Brustwarze rekonstruiert werden. Die genaue Methode hängt von der individuellen Ausgangssituation und dem gewünschten Ergebnis ab.
Die Brustwarzenrekonstruktion erfolgt häufig erst nach vollständiger Heilung der Brust.