Viele Menschen leiden unter einem müden, erschöpften Blick, obwohl sie sich eigentlich fit fühlen. Tränensäcke, Schwellungen unter den Augen und dunkle Schatten können das Gesicht älter erscheinen lassen, als es ist. Oft wirken diese Veränderungen besonders störend, weil sie dem eigenen Lebensgefühl widersprechen.
Ich bin Prof. Dr. med. Shafighi, Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie bei Meduno in Muri bei Bern. In diesem Beitrag möchte ich mit den häufigsten Mythen rund um die Unterlidstraffung aufräumen und gleichzeitig erklären, welche modernen Methoden heute zur Verfügung stehen, von der klassischen Operation über einen feinen Hautschnitt bis zur transkonjunktivalen Technik ganz ohne äussere Narbe.
Irrtum 1: „Tränensäcke sind nur Wassereinlagerungen oder Schlafmangel.“
Viele Betroffene glauben, dass ihre Tränensäcke verschwinden würden, wenn sie nur besser schlafen oder mehr Wasser trinken. Tatsächlich gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen vorübergehenden Schwellungen (z.B. morgens nach dem Aufwachen) und echten, strukturellen Veränderungen.
Die Realität: Echte Tränensäcke entstehen meist durch ein Hervortreten des Fettgewebes am unteren Augenlid, ein natürlicher Alterungsprozess, der oft genetisch vorbestimmt ist. Mit der Zeit erschlafft das Bindegewebe, und das Fett drückt nach vorne.
Sobald dieses Fett nach aussen drängt, helfen kosmetische Cremes, kühlende Teebeutel oder altbekannte Hausmittel leider kaum noch. Sie können das zugrunde liegende anatomische Problem (das überschüssige Fett) nicht beeinflussen. Eine korrekte Diagnose in der Praxis ist deshalb entscheidend, um die Ursache der «müden Augen» zu bestimmen und die richtige Behandlung (oft eine Unterlidstraffung) zu wählen.
Irrtum 2: „Eine Unterlidstraffung bedeutet immer eine grosse, sichtbare Narbe.“
Die Angst vor einer sichtbaren Narbe am Auge ist weit verbreitet, aber sie basiert auf veralteten Vorstellungen. Die moderne ästhetische Chirurgie bietet heute fortschrittliche Methoden, die diesen Mythos entkräften.
Die Realität: Zwei schonende Methoden
In meiner Praxis biete ich je nach Befund zwei unterschiedliche Vorgehensweisen an:
- Die klassische (subziliäre) Methode: Hier wird ein äusserst feiner Schnitt unmittelbar unter dem Wimpernkranz gesetzt. Diese Schnittführung ist so präzise, dass die Narbe nach der Heilung in der natürlichen Lidstruktur verschwindet und kaum sichtbar ist.
- Die transkonjunktivale Methode (ohne äussere Narbe): Für viele Patienten, bei denen keine überschüssige Haut entfernt werden muss, ist dies die ideale Lösung. Der Zugang erfolgt über die innere Schleimhaut des Lids. Diese Technik hinterlässt keinerlei äussere Narbe und ist besonders schonend, da die Hautoberfläche unverletzt bleibt.
Für viele Patienten ist diese Option ein echter «Aha-Moment», da sie eine Unterlidstraffung aus Angst vor sichtbaren Narben bisher ausgeschlossen hatten.
Irrtum 3: „Eine Unterlid-OP ist viel riskanter als eine Oberlid-OP.“
Die Unterlidregion ist anatomisch komplexer als das Oberlid, weshalb man häufig hört, der Eingriff sei risikoreich oder führe zu einem unnatürlich hohlen Ergebnis.
Die Realität: Expertise ist entscheidend
Tatsächlich sind Komplikationen wie ein Ektropium (das nach aussen gestülpte Lid) selten und nahezu immer die Folge einer unpassenden Technik oder einer zu aggressiven Fettentfernung.
Entscheidend ist daher die Expertise und Erfahrung des Operateurs. Bei einer sorgfältigen Analyse und einer präzisen, individuell geplanten Operation wird das Fettgewebe nur massvoll entfernt oder intelligent repositioniert.
Das Ziel in meiner Praxis ist immer ein harmonischer, frischer Ausdruck, ganz ohne Hohläugigkeit und ohne überoperierten Look. Eine professionelle Unterlidstraffung soll verjüngen, nicht verändern.
Irrtum 4: „Nach der OP habe ich wochenlang blaue Flecken und kann nicht unter Leute.“
Es stimmt, dass die Heilung einer Unterlidoperation etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei den Oberlidern. Die Vorstellung, wochenlang zu Hause bleiben zu müssen, ist jedoch überholt. Moderne, schonende Techniken ermöglichen eine überraschend kurze Ausfallzeit.
Die Realität: Schneller gesellschaftsfähig als gedacht
Schwellungen und leichte Verfärbungen («blaue Flecken») sind nach dem Eingriff normal, klingen aber meist rasch ab.
- Besonders die transkonjunktivale Methode (OP von innen) ist für ihren extrem schonenden Verlauf bekannt, weil die äussere Haut unverletzt bleibt.
- Die meisten Patienten sind nach etwa zehn bis vierzehn Tagen (ca. 1.5 bis 2 Wochen) bereits wieder vollständig gesellschaftsfähig.
Mit einer guten Nachsorge und einer präzisen Operationstechnik verläuft der Heilungsprozess meist deutlich unkomplizierter, als viele Patienten erwarten.
Irrtum 5: „Man kann Tränensäcke einfach mit Hyaluronsäure auffüllen.“
Dieser Irrtum ist weit verbreitet und führt nicht selten dazu, dass Patienten verunsichert oder unzufrieden sind. Es ist wichtig zu verstehen, dass Filler und eine Unterlidstraffung zwei unterschiedliche Probleme lösen.
Die Realität: Ursache und Methode müssen übereinstimmen
- Filler (Hyaluronsäure) können sinnvoll sein, wenn Volumenverlust und dunkle Augenringe im Vordergrund stehen. Sie füllen Hohlräume auf.
- Echte Tränensäcke hingegen entstehen durch ein Hervortreten von Fettgewebe (Überschuss). Dieses Problem kann durch Hyaluronsäure sogar verstärkt werden, weil das zusätzliche Volumen die Schwellung optisch noch mehr betont.
Ob ein operativer Eingriff notwendig ist oder ob ein Filler ausreicht, lässt sich nur durch eine gründliche Untersuchung und eine differenzierte Analyse in meiner Praxis feststellen. Entscheidend ist, die Ursache richtig zu erkennen, bevor über eine Behandlung entschieden wird. Die falsche Methode kann das Erscheinungsbild verschlimmern.
Mehr als nur Tränensäcke: Ganzheitliche Frische durch Kombibehandlungen
Die Unterlidstraffung ist ein sehr wirksamer Eingriff, um Tränensäcke und den müden Blick zu beseitigen. In der ästhetischen Chirurgie betrachte ich das Gesicht jedoch immer als Einheit. Der Schlüssel zu einem wirklich natürlichen und harmonischen Ergebnis liegt oft in der intelligenten Kombination verschiedener Methoden, um unterschiedliche Alterserscheinungen gleichzeitig zu adressieren.
So vermeiden wir, dass die Augenpartie plötzlich viel jünger aussieht als der Rest des Gesichts, was unharmonisch wirken kann.
Synergieeffekte für ein stimmiges Gesamtbild:
- Unterlid- und Oberlidstraffung: Dies ist die häufigste und logischste Kombination. Wenn beide Lider gleichzeitig gestrafft werden, entsteht ein rundum erholtes, waches und stimmiges Gesamtbild der gesamten Augenpartie.
- Unterlidstraffung + Volumenaufbau (Hyaluronsäure / Eigenfett): Bei vielen Patienten sind die Tränensäcke mit einem Volumenverlust im Wangenbereich oder in der sogenannten «Tränenrinne» kombiniert. Nachdem das Fettgewebe operativ korrigiert wurde (oft durch Fettumlagerung), kann eine anschliessende, gezielte Behandlung mit Hyaluronsäure oder Eigenfett weiche Übergänge schaffen und die Kontur weiter verjüngen.
- Unterlidstraffung + Faltenbehandlung: Während die Operation das strukturelle Problem (Fett, Hautüberschuss) löst, bleiben dynamische Falten («Krähenfüsse») bestehen. Eine begleitende Faltenbehandlung glättet diese Bereiche und sorgt für einen umfassend entspannten Ausdruck.
- Der Masterplan: Lidkorrektur als Teil eines Facelifts: In manchen Fällen, wenn altersbedingte Veränderungen am ganzen Gesicht sichtbar sind, integrieren wir die Lidkorrektur in ein umfassenderes Konzept wie ein Facelift (insbesondere ein Mittelfacelift, das den Wangenbereich anhebt).
Wir planen gemeinsam Ihren individuellen Weg. In einem ausführlichen Beratungsgespräch in meiner Praxis in Muri bei Bern analysieren wir Ihren gesamten Gesichtsausdruck, um das für Sie optimale Ergebnis zu erzielen.
Fazit: Die richtige Methode hängt vom individuellen Befund ab
Wie dieser Überblick zeigt, sind Tränensäcke und altersbedingte Veränderungen am Unterlid komplexer, als viele denken. Es gibt keine Universallösung.
Nur eine genaue Analyse in der Praxis zeigt, ob ein Oversupply an Fettgewebe, ein Volumenverlust, ein Hautüberschuss oder eine Kombination dieser Faktoren vorliegt. Erst nach dieser genauen Diagnose lässt sich entscheiden, ob eine klassische Unterlidstraffung (mit feinem Schnitt aussen), die transkonjunktivale Technik (ohne äussere Narbe) oder gegebenenfalls eine minimalinvasive Alternative (z.B. Filler bei Volumenverlust) die beste Wahl ist.
Als Facharzt mit langjähriger Erfahrung biete ich beide operativen Methoden an und kann so für jeden Patienten die individuell optimale Lösung wählen.
Ihr nächster Schritt: Die individuelle Analyse
Wenn Sie wissen möchten, welche Methode für Ihre persönliche Situation sinnvoll ist, lade ich Sie herzlich zu einem unverbindlichen Beratungsgespräch in meiner Praxis Meduno in Muri bei Bern ein. Gemeinsam finden wir heraus, wie sich ein frischer, natürlicher und harmonischer Blick am besten erreichen lässt.
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